Vertikale Videos vs. Breitbild: Welches Format für welche Plattform funktioniert
- vor 2 Stunden
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Der häufigste Fehler passiert nicht am Schnittplatz, sondern schon bei der Planung. Wenn niemand von vornherein mitdenkt, dass eine Produktion auch als Social-Media-Content enden soll, fehlt am Drehtag die Luft rund um das eigentliche Motiv, ohne die sich ein "Breitbild-Frame" später nicht sauber in Hochkant zuschneiden lässt.
Warum die Formatwahl schon bei der Konzeption entschieden werden muss
Das Grundproblem ist eine Einbahnstraße. Aus einer Breitbild-Aufnahme (16:9) lässt sich ein Hochkant-Ausschnitt (9:16) herausschneiden, solange genug Bildraum um das Motiv vorhanden ist.
Umgekehrt funktioniert das nicht:
Wer im Hochkantformat dreht, ist auf Hochkant beschränkt, an den Seiten lässt sich nichts hinzuerfinden. Auch KI-gestützte Bilderweiterung ist dafür nach unserer Erfahrung noch nicht praxistauglich. Wer die spätere Verwendung offenhalten will, dreht deshalb im Zweifel breit und plant den Zuschnitt von Anfang an mit.
In der Filmproduktion nennt sich diese Technik „Shoot and Protect": Man filmt im nativen Breitbildformat, achtet aber gezielt darauf, dass die wichtigsten Bildelemente auch innerhalb eines (idealerweise mittig liegenden) Hochkant-Ausschnitts erhalten bleiben. Bei einem Interview bedeutet das zum Beispiel schlicht mehr Abstand zur Person und mehr Kopfraum, statt sie nah und seitlich im Bilddrittel zu platzieren, wie es im klassischen Breitbild sonst üblich ist:
Das menschliche Sichtfeld ist deutlich breiter als hoch: Pro Auge erstreckt es sich horizontal auf etwa 100 Grad nach außen und 60 Grad nach innen, vertikal dagegen nur auf etwa 60 Grad nach oben und 75 Grad nach unten. Wir sind also tatsächlich "fürs Querformat gebaut," das Hochkantformat ist für uns visuell die Ausnahme. Kein Zufall, dass Breitbild über Jahrzehnte der Standard in Kino und Fernsehen ist / war.
Was für ein Format zu welcher Plattform und welchem Projekt passt
Ist von vornherein klar, dass eine Produktion vor allem auf Social Media läuft, etwa eine Event-Begleitung für ein Influencer-Event mit Ziel Instagram, YouTube Shorts oder Facebook, empfehlen wir Kunden meistens, direkt nativ im Hochkantformat zu drehen.
Das ist strategisch günstiger, weil das Ergebnis dann exakt für die Plattform gemacht ist, aber eben auch eine bewusste Einschränkung: Diese Aufnahmen lassen sich später nicht mehr für Breitbild-Zwecke wie eine Webseite oder einen Imagefilm nachnutzen.
Den Königsweg (wenn das Budget es zulässt) gehen wir deshalb anders: Wir drehen vor Ort in beiden Formaten gleichzeitig, mit zwei Kamerapersonen. Eine dreht bewusst für Hochkant und kennt den Verwendungszweck genau, die andere dreht im nativen Breitbild und behält im Hinterkopf, dass ein Teil davon eventuell auch für Social Media zugeschnitten wird. Das bedeutet allerdings auch doppelte Kamera-Crew und mindestens doppelte Materialmenge.
Welche Formate ein Projekt am Ende wirklich braucht, klären wir standardmäßig schon bei der ersten Anfrage ab, und beraten dabei auch ehrlich, wenn sich Kundenwunsch und Format eigentlich beißen.
Ein aktuelles Beispiel dafür ist unsere Produktion für RIZZI THE RESTAURANT in Baden-Baden, ein Lokal mit einer sehr eigenen, unverwechselbaren visuellen Identität, die uns schon bei der ersten Ortsbegehung aufgefallen ist. An einem einzigen Drehtag haben wir dort gleich mehrere Formate mitgenommen: einen Breitbild-Header für die Webseite, dazu eine ganze Reihe an Hochkant-Aufnahmen für Werbeanzeigen und Instagram-Beiträge.
Gerade weil inzwischen so viel Zeit am Handy verbracht wird, hat das Hochkantformat eine überraschend breite Einsatzmöglichkeit, auch wenn es auf den ersten Blick nicht wie das naheliegende Format für ein Restaurant wirkt.
Wie ihr aus einem Drehtag mehrere Formate herausholt, und was das kostet
In der Filmbranche wurde das Hochkantformat lange belächelt, das hat sich spürbar gedreht. Es bietet nämlich eigene Erzählmöglichkeiten, die Breitbild gar nicht hat.
Bei einem Festivalvideo zum Beispiel lässt eine kleine Menschengruppe im Breitbild schnell verloren wirken, weil links und rechts so viel leerer Raum sichtbar bleibt. Im Hochkantformat wirkt dieselbe Gruppe automatisch dichter und größer, weil der Bildausschnitt selbst enger ist.
Ganz umsonst ist der Weg über mehrere Formate trotzdem nicht. Wer mit zwei Kameras gleichzeitig in Breitbild und Hochkant dreht und beide Formate anschließend auch schneidet, hat im Schnitt mindestens die doppelte Arbeitsmenge.
Ein Zwischenweg, den wir öfter gehen: Wir drehen beide Formate mit, schneiden aber zunächst nur das beauftragte Format, zum Beispiel Hochkant für eine reine Social-Media-Produktion, und legen das mitgedrehte Breitbildmaterial für den Kunden auf unserem Server ab. Kommt später der Auftrag für einen Imagefilm dazu, greifen wir einfach auf diesen Fundus zurück, statt noch einmal zu drehen.
Wie viel zeitlichen Vorlauf eine Mehrformat-Produktion braucht, hängt stark vom Projekt ab. Bei einem Eventfilm lässt sich ein zusätzliches Format auch noch recht spontan mitbuchen, das ist vor allem eine Personalfrage. Bei einem komplexeren Imagefilm mit Shotliste und Konzeption lohnt sich dagegen deutlich mehr Vorlauf, damit die Formatwahl von Anfang an kreativ mitgedacht werden kann.
Dass sich diese Mehrarbeit lohnt, zeigt auch ein Blick auf die Marketingbranche insgesamt: Laut dem State of Marketing Report 2025 von HubSpot war Kurzform-Video mit 17,13 % der Nennungen die Content-Kategorie, in die Marketingverantwortliche 2025 am häufigsten zusätzlich investieren wollten, 21 % der Befragten gaben zudem an, dass Kurzform-Videos bei ihnen den höchsten ROI aller Content-Formate liefern.
An der Kostenfrage scheitert eine Mehrformat-Produktion aus unserer Sicht immer seltener. KI-gestützte Tools nehmen sowohl in der Planung als auch in der Postproduktion spürbar Aufwand ab, nicht nur im administrativen Bereich, sondern auch im kreativen, sodass sich mehrere Formate aus einem Drehtag heute wirtschaftlicher realisieren lassen als noch vor wenigen Jahren.
Ihr plant ein Videoprojekt und wisst noch nicht, welches Format am Ende wirklich zu euch passt?
Wir sind FRAME BASE: eine Produktionsfirma aus Heidelberg mit Fokus auf Imagefilmen, Social-Media-Content und Fotografie für Unternehmen im Rhein-Neckar- und Rhein-Main-Gebiet, von Mannheim über Frankfurt bis Stuttgart und Neckarsulm.
Wir denken die Formatfrage von Anfang an mit, egal ob ihr schon genau wisst, wofür das Material am Ende laufen soll, oder noch offen seid, ob am Ende Breitbild, Hochkant oder beides gebraucht wird.
Meldet euch einfach bei uns, per Mail an info@frame-base.de oder telefonisch unter +49 1512 3246657 - Erstgespräche, Beratung und die Kalkulationen sind selbstverständlich kostenlos!


