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Produktvideo oder Imagefilm: Der Unterschied, und was ihr wirklich braucht

  • vor 2 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Ein Produktvideo und ein Imagefilm lösen fast nie dasselbe Problem, in Angebotsanfragen werden die beiden Begriffe aber ständig synonym verwendet. Das führt regelmäßig zu Enttäuschung auf beiden Seiten.


Der Kunde bekommt ein Video, das zwar hochwertig aussieht, aber nicht das leistet, was er eigentlich wollte, und wir haben trotz guter Arbeit ein Briefing bedient, das eigentlich das falsche Ziel hatte.


Der Unterschied liegt nicht in der Kameraqualität oder der Anzahl der Drehtage, sondern im Zweck. Ein Produktvideo erklärt, ein Imagefilm erzeugt ein Gefühl, und wer beides verwechselt, verschwendet am Ende Budget.




Warum Produktvideo und Imagefilm im Marketingalltag so oft verwechselt werden

Die Verwechslung hat einen einfachen Grund: Beide Formate wollen überzeugen, nur auf komplett unterschiedliche Art und Weise. Ein Produktvideo dreht sich um ein einzelnes Produkt oder eine Produktreihe, im Vordergrund steht der Erklärcharakter. Es kommuniziert Fakten und Inhalte, die im Verkauf begleitend eingesetzt werden, um eine Kaufentscheidung zu bestärken, und darf durchaus hart verkaufen.


Ein Imagefilm dagegen ist genau das, was der Name sagt: Es geht um ein Bild, eine Impression, einen Markeneindruck. Über die gezeigten Bilder, den Einsatz von Musik und eine bewusst gewählte Bildsprache, kalt oder warm, dynamisch oder ruhig, wird gezielt ein Gefühl erzeugt: ein Lebensgefühl, Vertrauen, Unternehmenswerte. Verkauft wird auch hier, nur deutlich weicher als im Produktvideo.



Was Produktvideo und Imagefilm inhaltlich und handwerklich wirklich unterscheidet

Der Film oben ist ein Trailer für die Impuls-Vor-Ort Unternehmensbefragung der SRH Unternehmensgruppe. SRH ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Heidelberg, die bundesweit Krankenhäuser, Hochschulen und Berufsbildungswerke betreibt, unter anderem das SRH Berufsbildungswerk Neckargemünd, das seit 1974 jungen Menschen mit Behinderung eine Berufsausbildung ermöglicht.


Die Unternehmenskommunikation und das Marketing der SRH haben uns dafür deutlich Vertrauen geschenkt und einen wirklich stimmungsvollen Film in Auftrag gegeben, der die Probleme, mit denen Mitarbeitende im Arbeitsalltag teilweise konfrontiert sind, visuell aufgreift. So finden sich Kolleginnen und Kollegen in den Bildern wieder, bevor der Film eine mögliche Lösung anbietet: die Teilnahme an der Impuls-Befragung.


Produziert wurde an vier Drehtagen an verschiedenen Standorten der SRH, sowohl im Bildungs- als auch im Gesundheitssegment, mit aufwendiger Ausleuchtung und fast ausschließlich echten Protagonistinnen und Protagonisten aus dem Unternehmen statt Schauspielern.


Am Set oder im Schnitt unterscheiden sich Produktvideo und Imagefilm handwerklich selten fundamental, meistens verschiebt sich nur der Qualitätsanspruch. Soll ein Imagefilm nahezu kinofilmartige Produktionsqualität erreichen, braucht es tendenziell mehr Personen am Set, teureres oder geliehenes Equipment, aufwendigere Ausleuchtung pro Set und mitunter zusätzliche Statisten, all das treibt die Kosten in die Höhe.


Ein Produktvideo kann diesen Aufwand ebenfalls erreichen, etwa für eine Fernsehwerbung, meistens ist der Qualitätsanspruch aber geringer. Ein Grund dafür: Produkte haben oft eine kürzere Marktlebensdauer, bevor sie durch einen Nachfolger ersetzt werden, entsprechend weniger Budget steht für die einzelne Kampagne zur Verfügung.


Kostenseitig lässt sich ein Produktvideo häufig günstiger umsetzen, vor allem, wenn sich das Produkt visuell ohne aufwendige 2D- oder 3D-Animationen erklären lässt, etwa in Kombination mit einer ohnehin geplanten Messeproduktion. So haben wir zum Beispiel für BRUKER AXS, einen Geschäftsbereich der Bruker Corporation und einen der international bekannteren Namen im Bereich wissenschaftlicher Analyse- und Messtechnik, ein Produktvideo zum Röntgen-Spektrometrie-Gerät Tiger S7 produziert. Ein Gerät, das auf den ersten Blick spröde wirkt, bei dem aber jedes Detail Sinn ergibt, sobald man einmal verstanden hat, wofür es gebraucht wird:



Nach der eigentlichen Messebeauftragung, bei der neben dem Messefilm auch mehrere kleine Mini-Produktvideos entstanden sind, haben wir für BRUKER AXS ein weiteres Produktvideo produziert, dieses Mal mit einer imagefilm-artigen Aufnahme: deutlich höher qualitativ produziert als die Aufnahmen direkt auf der Messe.




Ein Imagefilm ist wegen der hochqualitativen Aufmachung und der impliziten Erwartungshaltung der Kunden tendenziell teurer, besonders wenn er wirklich aus einem Guss aussehen soll. Bestandsmaterial oder zugekauftes Stockmaterial lässt sich zwar auch hier einsetzen, wir machen das gerne, dann wirkt der fertige Film aber selten so einheitlich wie eine komplett eigens produzierte Bildsprache.



Wie ihr das richtige Format für euer nächstes Projekt findet

Weder Produktvideo noch Imagefilm haben auf Social Media viel verloren, dort gilt eine ganz eigene Bildsprache mit eigenen Regeln (mehr dazu demnächst in einem eigenen Beitrag zu vertikalen Videos gegenüber Breitbild). Trotzdem heißt die heutige Dominanz von Social Media nicht, dass beide Formate ausgedient hätten, ihr medialer Stellenwert hat sich nur verschoben.


Wo früher pauschal ein Imagefilm plus ein eigener Produktfilm pro Produkt Standard war, verteilen sich Budgets heute stärker auf Social-Media-Content. Ein Produktvideo lohnt sich weiterhin bei erklärungsbedürftigen Produkten, die sich nicht mit ein paar Fotos und etwas Text erschließen. Ein frischer Imagefilm alle paar Jahre zeigt auf der Webseite weiterhin verlässlich, wer ihr seid, wofür ihr steht, und mindestens genauso wichtig: wofür nicht.



Ein Produktvideo eignet sich für deutlich mehr Kanäle, als die meisten zunächst denken:

  • auf einer Messe selbst aufgezeichnet und direkt am Stand gezeigt

  • eingebunden auf der Produktseite der eigenen Webseite

  • auf YouTube hochgeladen, wenn der Kanal als eine Art Erklär-Video-Bibliothek genutzt wird

  • per QR-Code auf einer Broschüre oder Produktverpackung verlinkt

  • im Kundensupport verschickt, um wiederkehrende Fragen vorab zu klären

  • in Vertriebspräsentationen und Angeboten als ergänzendes Material

  • auf Fachmessen-Displays und Showroom-Bildschirmen im Loop



Ein Imagefilm funktioniert dagegen eher dort, wo es um Wirkung statt um Information geht:

  • eingebunden auf der Startseite und auf YouTube

  • ohne Ton im Hintergrund laufend auf Empfangsbildschirmen oder Messeständen

  • reduziert und ruhig geschnitten als Video-Header der Webseite, zum Beispiel eine Drohnenaufnahme vom Firmengelände oder eine Szene vom gemeinsamen Mittagessen auf der Team-Seite, das setzen wir für Kunden regelmäßig als kleine Zusatzleistung um

  • in Investorenpräsentationen und auf Roadshows

  • auf der Karriereseite und in Recruiting-Kampagnen, wo Unternehmenskultur oft mehr überzeugt als eine Stellenbeschreibung

  • als Eröffnungsfilm bei internen Kick-offs oder Firmenjubiläen

  • in der Presse- und Investor-Relations-Kommunikation als Anhang zu Pressemitteilungen



Ob ein Video am Ende hochkant oder im Breitbildformat entsteht, hängt fast immer vom Ausspielort ab, nicht vom Format Produktvideo oder Imagefilm selbst. Website, Messe und YouTube laufen breit, Social-Media-Kanäle meistens hochkant.

Wie eine Messeproduktion mit Produktvideo im Detail abläuft, beschreiben wir ausführlicher in unserem Beitrag Messefilm und Messefoto: Was ein Messestand für Content wirklich hergibt. Konkrete Beispiele für Messefilme und die dazugehörigen Produktvideos findet ihr außerdem in unseren Referenzberichten zu BRUKER AXS, Walther Trowal, ADM und epsotech.


Zahlen bestätigen den grundsätzlichen Vorteil von Video gegenüber reinem Text oder Bild: Laut einer Analyse von Wistia verbringen Besucherinnen und Besucher auf Seiten mit eingebettetem Video im Schnitt rund sechs Minuten, auf Seiten ohne Video dagegen nur rund 4,3 Minuten, ein Plus von etwa 40 %.



Kostenlos ist dieser Effekt aber nicht: Eingebettete Videos, insbesondere direkt eingebundene YouTube-iframes, können durch zusätzliche Drittanbieter-Anfragen und nachladendes JavaScript die Ladezeit und damit die Core Web Vitals einer Seite spürbar verschlechtern. Hier hilft in der Praxis vor allem eine Lazy-Loading-Einbindung, bei der das Video erst beim Scrollen in den sichtbaren Bereich nachlädt.


Auch beim Budget zeigt sich der Formatunterschied deutlich: Nach einer aktuellen internationalen Kalkulation von Vidico (2026) bewegen sich die Kosten pro fertiger Filmminute für ein Produktvideo häufig zwischen 1.500 und 5.000 US-Dollar, für einen aufwendigen Imagefilm dagegen oft zwischen 5.000 und 20.000 US-Dollar oder mehr, abhängig von Konzept, Cast und Postproduktionsaufwand.


Steht bei euch demnächst ein neues Produkt oder ein frischer Markenauftritt an, und ihr seid euch nicht sicher, welches Format das richtige ist?


Wir sind FRAME BASE: eine Produktionsfirma aus Heidelberg mit Fokus auf Imagefilmen, Social-Media-Content und Fotografie für Unternehmen im Rhein-Neckar- und Rhein-Main-Gebiet, von Mannheim über Frankfurt bis Stuttgart und Neckarsulm.


Ob Produktvideo, Imagefilm oder eine Kombination aus beidem am Ende zu eurem Projekt passt, klären wir am liebsten schon im Erstgespräch, bevor überhaupt eine Kalkulation entsteht. Unser Team ist fest angestellt, wir haben einen eigenen Filmverleih und produzieren bei Bedarf auch kurzfristig, das gibt euch bei der Formatwahl maximale Flexibilität statt eines vorschnellen Standardpakets.


Meldet euch einfach bei uns, per Mail an info@frame-base.de oder telefonisch unter +49 1512 3246657 - Erstgespräche, Beratung und die Kalkulationen sind selbstverständlich kostenlos!

 
 
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